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Kanutour durch Schweden’s Wildnis 2007

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KanuwandernWelcher Mann möchte nicht einmal mit einem Kanadier mitten in der Wildnis im Sonnenuntergang auf einem großen See dahingleiten. Ich jedenfalls schon. So fasse ich schon im Sommer 2006 den Entschluss ein Jahr später, im Juni (kaum Tourismus), eine Kanuwanderung in Schweden in der Provinz Dalsland zu unternehmen (Karte ).

Nach ca. 1 Jahr Planung (inklusive Training in Ottenstein im Waldviertel) mit meinem Tour-Partner Boris beginne ich am 12.6.2007 mit den ersten Pack-Vorbereitungen. Erst jetzt wird mir so richtig bewußt, wieviele Ausrüstungs-Gegenstände ich über die letzten Wochen und Monate eingeplant und vorbereitet haben. SatellitenbildAm 13.6.2007 rufe ich untertags den aktuellen Wetterbericht samt Satellitenbilder von Wetter.com ab und weiss nun, dass wir uns wohl auf eine Schlechtwetterfront zu Beginn der Tour einstellen müssen.

Daher mache ich mich gleich noch auf den Weg ins Sportfachgeschäft und besorge eine tolle Regenhose. Bei der Gelegenheit erstehe ich auch einen neuen, ordentlichen Trekkingrucksack. Auch heute wird abends wieder gepackt.

Die tägliche Prüfung des Wetters im Internet lässt leise Hoffnung auf besseres Wetter aufkommen. Möglicherweise könnten die ersten Tage der Tour doch einigermaßen trocken über die Bühne gehen…

Wir erhalten heute unsere Specklieferung (pro Person 1kg). Natürlich wird gleich mal ordentlich verkostet. Für die Tour haben wir ein Budget von 3.500,- Schwedenkronen eingeplant. Davon sind 2.300,- SEK für Canodal, unseren Kanuvermieter (inkludiert sind die Kanumiete, die Fiskekort-Fischkarte, sowie diverses Zubehör wie Tonnen etc.). Die restliche Summe verbleibt für die Schleusen und Getränke oder Speisen auf der Fähre. Weiters haben wir 1.000,- Tschechische Kronen (CZK) gewechselt, davon 200,- für die Vignette (Autobahnmaut).

Die Nahrungsmittel müssen jetzt noch eingekauft werden und alles an Ausrüstung im Auto verstaut werden. Für den Abend haben wir uns vorgenommen gemeinsam mit unseren Familien ein Glas Wein zu trinken und uns schon langsam zu verabschieden. Am nächsten Morgen werden wir sehr früh abfahren und daher nicht mehr viel Gelgenheit zum Verabschieden haben. Bezüglich der Abfahrtszeit einigen wir uns nach einigen Berechnungen auf 5 Uhr.

dscf1089.JPGUnsere Reiseroute führt uns über Drasenhofen zur Tschechischen Grenze, dann über Brünn und Prag zur Deutschen Grenze nahe von Dresden und dann quer durch Deutschland über Hamburg nach Kiel. Dort werden wir mit einer Fähre der Stena Line von 19.30 Uhr bis zum nächsten Tag 08.00 Uhr nach Göteborg fahren. Von dort haben wir noch ca. 150 km bis zum Ort Ed, von wo aus unsere Kanuwanderung durch die 3 Seeen (Stora Le, Foxen und Lelång) beginnen soll.

Am 15.6.2007 erledigen wir noch die letzten Besorgungen (Trockenmilch, Brotteigmischung, ein paar Dosengerichte, einige Süssigkeiten und so weiter). Wir bereiten noch Brote für die Fahrt vor um Zeit und Kosten zu sparen. Gegen Abend ist das Auto fertig eingeräumt und schon jetzt ist klar, dass wir mit unserem Equipment das Boot füllen werden. Der Tag ist unglaublich schnell vergangen und die Vorfreude, auch auf die Fährüberfahrt, ist riesig groß. Wir hoffen auf ein halbwegs gutes Wetter und eine problemlose Anreise nach Kiel.

1 Jahr Planung und morgen geht es los

Am 16.6.2007 um 4.40 Uhr beginnt mein Tag. Fix fertig warte ich im Regen auf meinen Tourenpartner Boris, der um 5.25 Uhr etwas verschlafen auch auftaucht.

Bis zirka 10.00 Uhr fahren wir durch Tschechien, dann reisen wir, voll im Zeitplan liegend, in Deutschland ein. Nach mehr oder weniger regelmäßigen Fahrerwechseln (ca. alle 2-3 Stunden) erreichen wir um 15.00 Uhr Hamburg, wo wir uns für ca. eine 3/4 Stunde aufhalten. Nicht ganz freiwillig, da wir uns etwas verfahren haben, doch wir bereuen es nicht und kommen so auch zu etwas Sightseeing. Dann geht es wieder flott auf der E45/7er Richtung Kiel weiter.

16.30 Uhr kommen wir in Kiel am Hafen an.Ankunft am Hafen in Kiel

Wir lösen unsere Internettickets ein und warten auf den Beginn der Verladung auf die Fähre. Um 18.00 Uhr ist es soweit und wir fahren mit unserem Auto an Board. Zu erst beziehen wir unsere kleine aber ausreichende Kabine und begeben und im Anschluss an Deck.

dscf1104.JPGWir verbringen den Abend teils an Deck, aber auch in einem der Restaurants an Board und begeben uns gegen Mitternacht in die Kabine. Wir schlafen ausgezeichnet sehen in der Früh schon die schwedische Küste aus dem kleinen Fenster. Schon kurze Zeit später laufen wir im Göteborger Hafen ein. Von dort aus verläuft unsere Route weiter entlang der E45 Richtung Karlstadt (Norden).

WegweiserSehr schnell merken wir, das hier alles viel weitläufiger als zu Hause ist. Die Häuser sind oft 1km voneinander entfernt. Rund um uns ist Wald, wohin man auch blickt. Mit innerlich großer Aufregung, über das was ich die nächsten Tage so erleben werde, genieße ich jede Minute der Anreise. Langsam kommen auch Hinweis-Schilder von Ed in Sicht.

Um 13.00 Uhr in Ed angekommen besorgen wir uns noch in einem örtlichen Supermarkt einen ortsüblichen Moskito- und Knots-Schutz. Wir begrüßen Bertil Andersson, den Eigentümer von Canodal, unserem Kanuvermieter. Er erzählt mir, dass kaum Österreicher hier her kommen und checkt auf meinen Wunsch hin noch den letzten Wetterbericht im Internet. Während Bertil Mittagessen fährt beladen wir das Kanu. Wir schätzen die Beladung auf 150kg.

Kartenstudium mit Bertil Andersson Kanu beladen Fertig zur Abfahrt

Danach bekommen wir noch eine Landkarte und auf unseren Wunsch auch eine Kanot-Fiskekort (der für Teilbereiche der Seeen notwendige Erlaubnisschein zum Fischen).

Wir paddeln los.

Total still liegt der See vor uns und schon bald tauchen wir in absolute Wildnis ein. Keine Häuser, Straßen, Brücken oder sonstige Gebäude sind mehr zu sehen. Immer wieder tropft es und wir legen schon bald unsere Regenkleidung an.

Bis in die Frühen Abendstunden sind wir am Wasser unterwegs und um 18.00 Uhr erreichen wir bei noch immer anhaltenden leichtem Regen eine Stelle, die sich als geeigneter Lagerplatz darstellt. Wir sind bereits sehr durchnässt, besonders die Schuhe.

beim Paddeln Unser erster Lagerplatz Unser Zeltlager

So bauen wir schnell unser Lager auf und entfachen ein kleines Lagerfeuer. Dort trocknen wir dann die nassen Sachen und backen etwas Brot für den nächsten Morgen. Bis nach Mitternacht sitzen wir so zusammen und ich bin über die helle Nacht erstaunt. Klar war mir bewusst, dass es um diese Jahreszeit im Norden heller ist als zu Hause, doch das dann in Natur zu erleben fühlt sich anders an.

Feuer machen gemütlicher Abend beim Lagerfeuer Lagerfeuer zum Schuhe trocknen und Brot backen

Am nächsten Morgen (18.6.2007) wache ich um 7.30 Uhr auf. Boris habe ich am Vorabend nicht mehr ins Zelt kommen gehört. Ich bin sofort nachdem ich in den Schlafsack gekrochen bin eingeschlaffen. Er hat dann noch etwas länger seine nasse Hose getrocknet. Schon bei der Ankunft auf diesem Platz sind uns unzählige Knots - sehr negativ - aufgefallen. Auf den Moment, an dem wir das Zelt verlassen haben sie scheinbar die ganze Nacht über gewartet. “Unvorstellbar klein und lästig wie Fußpilz” habe ich damals in mein Tagebuch geschrieben.

Blick aus dem ZeltDas Wetter ist heute deutlich besser als gestern und so beeilen wir uns bei unseren Morgenaktivitäten (Wasserkochen, Kaffee kochen, Frühstücken und Lager abbauen) um möglichst viel von der Landschaft zu sehen. Wir wissen ja nicht, wie lange uns der Wettergott beisteht.

Wind und Wellen sind heute mehr als gestern, aber Hauptsache es regnet nicht. Wir kommen gut voran und stoppen nur etwa 1 mal pro Stunde um kurz Kraft zu schöpfen oder etwas zu trinken. Wir schleppen zwar ständig mit einer Angel aber haben keinerlei Erfolg. Ich wusste zwar, dass die Seeen dieser Gegend Trinkwasserqualität aufweisen, doch bin ich dann doch fasziniert, wie klar das Wasser ist. Ich schätze die “Sicht-Tiefe” bei gutem Sonnenlichteinfall auf 5 Meter.

Klarer SeeIm Tagesverlauf klart der Himmel immer weiter auf und um die Nachmittagszeit gleiten wir durch eine völlig lautlose Landschaft. Wir genießen die Stille ohne Wind und Wellen. Weit und breit kein anderer Mensch in Sicht.

Wegen der beachtlichen Größe des Gewässers müssen wir immer wieder unsere aktuelle Position mit Karte und Kompass bestimmen. Ich hätte vor der Tour nie gedacht, dass man sich auf so einem “schmalen, gerade verlaufenden” See verirren kann, doch wir wären ohne Karte ganz schön aufgeschmissen. Immer wieder stoßen wir auf Seitenarme und Abzweigungen, die uns verleiten könnten ihnen zu folgen. Auch der ursprüngliche Plan, immer dem Ufer entlang zu fahren, wird sehr bald über Bord geworfen, auch wegen der belastenden Umwege die sich ergeben würden, wenn wir jede Bucht durchfahren müssten. Viele dieser Buchten stellen auf der Karte nur eine kleine Kerbe dar und verlaufen in der Natur dann hunderte Meter tief in das Landinnere.

Eigentlich wollen wir bis 15.00, vielleicht auch 16.00 Uhr unseren heutigen Lagerplatz finden. Doch einerseits das prächtige Wetter und andererseits die schwierige Kalkulierbarkeit der Länge unserer Tagesetappe machen einen Strich durch diese Rechnung. So paddeln wir weiter nach Norden, beobachten bei Nössemark eine Autofähre und einige Prachttaucher . Bis um etwa 17.30 Uhr gibt es nichts, was unsere Stimmung trüben könnte.

Fähre Fähre Prachttaucher
   

Doch dann beginnen langsam unsere Kräfte zu schwinden.

Wir sind KO und wollen nur mehr “rechts ran” und irgendwo unser Zelt aufbauen. Leider wird daraus nichts, denn rund um Nössemark gibt es nur Steilufer (Ostufer) oder bewohntes Gebiet (Westufer-Nössemark). Der nächste offizielle Lagerplatz - üblicherweise ausgestattet mit einer offene Holzhütte, einer Feuerstelle und manchmal auch einem Plumpsklo - liegt auf der Insel Tronsholmarna. Diese ist aber bisher nur am Horizont für uns zu erkennen und dass wir für diese Strecke wohl noch ein ordentliches Stück weit paddeln müssen kann ich schon abschätzen. Natürlich kommt nach und nach auch der Hunger auf, da wir ja tagsüber ausser dem selbstgebackenen Brötchen vom Morgen noch keine feste Nahrung in uns haben.

Wir beissen die Zähne zusammen (das darf man ruhig wörtlich verstehen) und irgendwann umschiffen wir endlich ganz langsam die Insel. Wir wollen nämlich möglichst nicht die Hütte nutzen, da das unserem ursprünglichen Plan - Wildnis pur - widersprechen würde. KanuSo finden wir dann auf der Rückseite der Nachbarinsel (westseitig) einen tollen Platz für unser Zelt. Wir räumen alles aus und bauen das Lager auf. Schon eine halbe Stunde später beginnt Boris mit der Suche nach Feuerholz und ich koche unser Essen. Wir speisen 2 Portionen, jeder.

Ich bin sehr froh, ein Sportgel (Salbe) mit auf die Tour genommen zu haben, denn heute würde ich am liebsten die ganze Tube auf meine scherzende linke Schulter und den ganzen Arm auftragen. Auch die Vitamin- und Mineralbrausetabletten stehen uns gut an.

Abends um 21.00 Uhr sitze ich auf einem Felsen, schreibe in mein Tagebuch und sehe der Sonne zu, wie sie langsam am Norwegischen Horizont untergeht. Für die Nacht ist ausser Brot zu backen und vielleicht noch ein Bier zu trinken nichts geplant. Wir sind einfach beide zu müde. Für den kommenden Tag haben wir uns eine kürzere Etappe vorgenommen um unsere angeschlagenen Körper zu schonen und weil wir ja ohnehin gut vorangekommen sind.

dscf1189.JPG dscf1193.JPG dscf1200.JPG
     

Ausgeschlafen und einigermassen erholt kriechen wir am Dienstag, dem 19.6. um 9.30 Uhr aus unserem Zelt.Ameisenhaufen

Vormittags erkunden wir die Insel und entdecken zwei mächtige Ameisenhaufen. Rund um die “kleinen Berge” kann man nicht länger als 5 Sekunden auf einem Fleck stehenbleiben, sonst sind die flinken Ameisen schon in den Schuhen und im Nu am Weg vom Knie zu den empfindlicheren Regionen.

Erst am frühen Nachmittag beginnen wir unsere heutige Tagesetappe. Nach einer Stunde paddeln beginne meine Schulter und mein Arm wieder zu schmerzen und zwar richtig böse. Mag sein, dass der Wind dazu beigetragen hat, ist mir in diesem Moment aber eigentlich egal. Jeder Paddelschlag sticht. Mein Partner beschwert sich über mein Gejammer, aber irgendwo muss man ja Dampf ablassen. Schliesslich müssen wir weiter, mit oder ohne Schmerzen.

Zur Erholung (bei mir der Körper, bei Boris die Nerven) stoppen wir in einer Bucht, in der wir uns Fischerglück erhoffen. Nach 1/2 Stunde ohne Erfolg geht die Tour weiter.

SegelnUnd dann war sie da. Die Idee, die uns den heutigen Tag retten sollte. Wir haben ein Tarp (Plane) mit, eigentlich als Wind- oder Regenschutz für unsere Lagerstellen gedacht. Dieses wird flink zu einem Segel umfunktioniert. Unser Glück ist, dass der Wind von hinten schiebt, denn so brausen wir ganz flott durch die wunderschöne Landschaft.

GuppyiksönAuf der Insel Guppyiksön befindet sich auch einer der offiziellen Lagerplätze. Auf der Rückseite (Norden) gehen wir an Land um einen Happen zu essen und die Karte zu studieren. Ich stelle die Frage ob wir denn weiterfahren sollen obwohl wir schon jetzt weiter gekommen sind als geplant war. Gleichzeitig aber drängt es mich den Rückenwind auszunutzen, denn niemand weiss, ob wir morgen die gleichen Wetterbedingungen vorfinden werden. Meine Arme haben sich entweder erholt oder sind mittlerweile gefühlslos (Anm.: heute kann ich wieder darüber lachen) und so klettern wir wieder in das Kanu und segeln bis wir um 20.00 Uhr die Insel Grunnerudsön erreichen.

dscf1235 dscf1236.JPG dscf1240.JPG
     

Beim Ausräumen unserer Ausrüstung und anschließenden Lageraufbau beginnen wieder meine Schmerzen. Ich vermute den Grund dafür in der letzten halben Stunde, denn die war windstill und so war der Abschluss unserer Tagesetappe doch anstrengender als ursprünglich geplant. Hoffentlich wird das morgen besser denke ich mir während ich wieder ordentlich Salbe auftrage.

Im Tagebuch schreibe ich an diesem Abend:

“Heute haben wir unser Zelt mit dem Eingang richtung Osten aufgestellt, in der Hoffnung morgen Früh von der Sonne empfangen zu werden. Auch der Sandstrand auf dieser Insel ist toll. Hier kann man viel besser Geschirr usw. abwaschen.

Ob es in dem See Fische gibt? Wir sehen und fangen bis jetzt jedenfalls keine. Vielleicht werden wir es ab Mitternacht versuchen. Dann gilt nämlich schon die Angelkarte. Da wir bereits so weit gekommen sind, haben wir die ‘Fischkartenfreie Zone’ verlassen und Bertil hat auf unseren Wunsch hin die Karte erst ab 20ten Juni gültig ausgestellt.”

Mittwoch, 20.6.2007 um 8.30 Uhr wache ich auf. Das Zelt ist schon offen und Boris ist schon draussen. Er begrüßt mich etwas generft mit der Information, dass ihn mein Schnarchen aufgeweckt hat. Ich entschuldige mich anstandshalber und wir frühstücken in der Morgensonne unser Müsli. Nebenbei trocknen wir noch unsere nassen Schuhe am Lagerfeuer. Nass sind sie weil wir wie geplant in der Nacht noch fischen waren. Wir hatten diesmal sogar Glück und fangen etwas. Ein Hecht im Format eines Salzstangerls attakiert einen Blinker und etwas später dann noch ein Köderfisch. Das war’s dann aber auch wieder.

Den Vormittag verbringen wir dann mit erneuten Angelversuchen (wie immer ohne Erfolg) und ausgelassenen Badefreuden. Raus aus den Kleidern und rein ins kalte Wasser. Herrlich. Wir fühlen uns anschließend richtig gut.

Boris beim Baden Franz beim Baden
 

Boris baut dann wieder ein Segel und ich halte die letzten Stunden im Tagebuch fest. Um etwa 12.30 Uhr läuft unser Segel-Kanu dann aus dem Hafen aus. Foxen heißt unser Ziel.

Mit unserer neuen Erfindung, dem Segel, geht es auch heute wieder rasch vorwärts. Der See ist noch etwas unruhiger als gestern und natürlich auch der Wind stärker. FoxenSchon um 14.00 Uhr erreichen wir die ersten Inseln des Foxen. Viele weitere folgen. Wir umschiffen die Spitze der Küste bei Dannemansön und steuern dann Richtung Süden. Der Wind hat sich somit für uns gedreht und ab jetzt haben wir richtig zu kämpfen, denn der bisher angenehme Segelturn entwickelt sich zu einer wahren Kraftprobe. Nach einer akrobatischen Meisterleistung (Hinweis: gleichzeitiger unbewzingbarer Harndrang beider Kanuten mitten am See bei extremen Windverhältnissen) freuen wir uns diesen Tag auf einer etwa 50m² großen Insel am Ostufer visavis von Trane ausklingen lassen zu können.

Meine Schmerzen haben sich aufgelöst, dafür beginnt meine Nase zu laufen und auch Husten macht sich bemerkbar. Vitamindrink und Parkemed - bin ich schon jetzt zu alt für solche Unternehmungen?

Die Sonne war heute ein Hit, wir haben beide ordentlich Kraft getankt und Farbe abbekommen. Dieser Abend bleibt mir nachhaltig in Erinnerung. Wir geniessen auf unserer Mini-Insel die Einsamkeit des Nordens und einen unglaublich romantischen Nachthimmel.

Insel Abend über Foxen Sonnenuntergang über Foxen
Mond Fischen mit Nachthimmel über Foxen Franz Obendorfer vor Foxen
     

…zur Fortsetzung und zum Videoclip [hier]

Wenn ihr Fragen zu dem Bericht habt könnt ihr mich gerne kontaktieren und wenn euch der Bericht gefallen hat hinterlasst bitte etwas weiter unten einen Kommentar und/oder Eintrag im Gästebuch !!!


Datum: Dienstag, 26. Juni 2007 0:00
Themengebiet: Unterwegs in Europa Trackback: Trackback-URL
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19 Kommentare

  1. 1

    also:
    super geschrieben! fand es wirklich toll zu lesen!
    Wenn ich mich jetzt auch noch so dafür interessieren würde wie du und dann auch noch so eine tour planen würde, würd ich alles auf “restplatz- last minute” machen, denn das würd ich dann nur, wenn es schön ist angehen!
    Aber sonst wirklich tolle Leistung!!!
    *xxx*

  2. 2

    na sowas nen ich doch mal nen coolen urlaub! hut ab franz ;)
    wobei - jammerst immer no so leicht? *g* scherzchen.

    hat mir echt gut gefallen deine story!

    schönen abend noch und gruß an alle!

  3. 3

    Servus Franz,

    Super geschriebener Bericht mit tollen Foto´s!!!!
    Klasse!!!

    Gruß Zanderkisser

  4. 4

    hej franz
    ein überaus spannender bericht.kann mit dir fühlen
    hab ein paar tagestouren mit dem kanu gemacht und
    nach20 km zog es auch schon in der schulter.mit
    einem freund hab ich noch ein ziel.wir möchten
    einmal in masuren die 110 km lange kruttina fahren
    wird bestimmt irgendwann passieren.ich wünsche dir
    für deine nächsten touren besseres wetter.
    beste grüße aus remscheid, mayc

  5. 5

    Hallo Franz

    Ich kann jeden Satz mitfühlen wir sind zeitweise die selbe strecke gepaddelt (-:

    dein Bericht gefällt mir sehr gut schön ausführlich und informativ …

    Und danke für deinen Eintrag im Linkverzeichnis von www.schweden-kanutour.de ich habe ihn gerade freigeschaltet (-:

    Wenn du möchtest kannst du auch auf unserer Seite einen eigenen Bereich mit deinen Kanuwander Bericht gestalten … meld dich bei mir wenn du möchtest (-:

    MfG Matthias

  6. 6

    Hallo Franz,
    mit Begeisterung habe ich deinen Bericht gelesen - denn ich werde im September (bald ist es soweit *lechz*) mit Freunden genau in diese Region fahren. Dein Bericht ist wirklich super geschrieben, sehr ausführlich und wirklich informativ. Die Verlinkungen und Bilder sind echt super. An alles gedacht!
    Und nebenbei bemerkt: Klasse Leistung! Ich selbst habe vor einigen Jahren eine Paddeltour in der Region Arvika gemacht und weiß, das schwedische Wetter kann erbarmungslos sein! Aber davon darf man sich nicht abschrecken lassen. Schweden macht süchtig!

    Hej då aus Stuttgart
    Madi

  7. 7

    Hi,

    genialer Reisebericht :-)

    sicher ne anstrengende Tour sowas. war sehr interessant, das zu lesen … i glaub, i hätt da ziemlich viel früher das Handtuch geschmissen :-)

    lg
    Peter

  8. 8

    Hallo Franz,
    sehr schöner Bericht, reizt zur Nachahmung !
    Würde es aber nur machen, wenn sicher gestellt wäre, daß ein netter, achterlicher Wind das provisorische aber recht nette Segel füllt !!!
    Man sollte mehr Zeit haben, um Schlechtwetterphasen im trockenen abzuwarten !
    Gratulation zum Bericht. LG Peter

  9. 9

    Toller Reisebericht mit ebensolchen Fotos.
    Vieles erinnert mich an meine eigene Kanutour vor drei Jahren auf einem Wildnisfluss im Yukon. Ein unvergessliches Abenteuer.

    Gruß

    Inge

  10. 10

    hi franz,

    fand deinen reisebericht absolut grossartig verfasst!
    sehr schön auch die fotos parallel zum text! … großes kompliment

    MfG

    Carsten

  11. 11

    Hi,

    sehr guter und detaillierter Reisebericht. Vielleicht werden dadurch mehr Leute zum Kanu fahren motiviert. Ich hoffe auf weitere Reiseberichte… :)

  12. 12

    hallo,
    tolle seite, sehr schöne berichte !!!!

    lg
    mario

  13. 13

    Hallo!

    Habe deinen Reisebericht von deiner Kanutour in Schweden grade gelesen und
    bin einfach nur begeistert.

    Ich hätte da mal drei Fragen an dich.

    1. Habt ihr Bären gesehen ?
    2. Ist es “erlaubt” ausserhalb der Lagerplätze zu nächtigen?
    3. Ist viel losgewesen, was Menschenmengen angeht?

    In Finnland vor zwei Jahren waren um uns herum nur Gruppen… das war
    weniger toll, da wir ein wenig das alleinsein vermisst haben.

    Viele Grüße
    Oliver

  14. 14

    Hallo, Ihr Abenteurer,
    eigentlich wollte ich nur das Wetter in Bengstsfors abfragen, da meine dänischen Freunde in der NÄhe ein Sommerhaus haben, da bin ich eben in Schweden und damit bei eurem Bericht hängengeblieben- große Klasse- als ob ich mit dort war- (kenne die Gegend etwas durch meine 6 Aufenthalte) jetzt bin ich zu alt zum reisen (78) und bin froh, dass es das Internet gibt!
    Tschüß– von der Kieler Förde

  15. 15

    Hi Franz,

    habe deinen Bericht mit Genuss gelesen und mich wehmütig an meine Touren erinnert. Ich habe in der gleichen Gegend schon ähnliche Touren gemacht und bin genauso begeistert wie du. Wenn du Lust hast dann kannst du ja auf meiner HP mal gucken. Du wirst sicher etwas wieder erkennen. Wir waren 2007 übrigens ein paar Wochen vor euch da.
    Gruß aus Lübeck
    Rossi

  16. 16

    Hallo Franz,
    ich bin gerade dabei im Zuge einer Wohnwagenrundfahrt durch Südschweden (3 Wochen) auch 3-5 Tage mit unserem Grabner-Kanu “Adventure” in Schweden einen Fluß bzw bewegten See zu suchen/einzuplanen. Auf bewegtem Wasser sollten die Schultern nicht so schnell Probleme machen. weißt du einen langsam fliesenden Fluß ohne zuviel Touristen in Südschweden? übrigens dein Bericht ist super!! gibts schon neue Ideen? Ottenstein im Waldviertel hört sich sehr interessant an. LG Peter

  17. 17

    Hey Franz,
    echt ein wunderbarer Bericht. Ich bin schon länger am liebäugeln selbst mal so eine tour zu unternehmen. Hab das mit 15 mal auf der Mecklenburgischen Seenplatte in Nordost-Deutschland gemacht. Die Bilder sind auch klasse geworden.

    Grüße aus Berlin

  18. 18

    Super Bericht. Die gleiche Tour werde ich mit meinen Freundin dieses Jahr in August machen.

    Aber was sind denn “Knots”?
    Zitat:Schon bei der Ankunft auf diesem Platz sind uns unzählige Knots - sehr negativ - aufgefallen. Auf den Moment, an dem wir das Zelt verlassen haben sie scheinbar die ganze Nacht über gewartet. “Unvorstellbar klein und lästig wie Fußpilz” habe ich damals in mein Tagebuch geschrieben.

    MFG

    Franz Obendorfer antwortet:

    Hallo Benny!

    Knots sind kleine und extrem lästige “Mücken”. Nicht zu vergleichen mit den in unseren Breitengraden bekannten Mücken oder Gelsen. Diese Tiere sind viel kleiner (ähnlich wie Obstfliegen) und kommen durch beinahe jede Öffnung. Am besten ihr kauft euch vor Ort einen passenden Schutz (gibt da etwas, schaut aus wie Schuhpaste, riecht nach Grillholz und wird normalerweise für Pferde verwendet und bekommt man nicht im regulären Handel - das wirkt super).

    Viel Spass bei der Tour,
    Franz

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