Reinhold Messner, Extrembergsteiger


Reinhold Messner, Foto © Franz ObendorferReinhold Andreas Messner (* 17. September 1944 in Brixen) ist ein italienischer Extrembergsteiger, Abenteurer, Buch- und Filmautor (u. a. über seine Expeditionen) sowie Politiker. Er war der erste Mensch, der auf den Gipfeln aller 14 Achttausender stand (1970-1986). Zudem war er der zweite Mensch, der die Seven Summits erreichte (1986).

Messner stammt aus Villnöss in Südtirol und ist Ehrenbürger der Gemeinde. Heute lebt er in Meran und im Juli/August auf seinem Schloss Juval im Vinschgau. In dem Bergdorf Sulden am Ortler züchtet er Yaks und hat in einem renovierten Bergbauernhof das Restaurant Yak und Yeti eingerichtet. Er unterhält außerdem das Messner Mountain Museum. Sein Zweitwohnsitz ist München.

Messner ist einer der bekanntesten, aber auch umstrittensten Bergsteiger. Dazu trug neben seiner starken Selbstvermarktung und Medienpräsenz mit häufig polarisierenden Äußerungen zum Bergsteigen auch die Diskussion um den Tod seines Bruders Günther am Nanga Parbat im Jahr 1970 bei, bei der seine Darstellung der Ereignisse von seinen damaligen Bergkameraden in Zweifel gezogen wurde.

Messner hat Vermessungskunde an der Universität Padua studiert. Eine Zeit lang unterrichtete er Mathematik an einer Mittelschule.

Er ist Politiker der Südtiroler Grünen. Vom 20. Juli 1999 bis zum 19. Juli 2004 vertrat er die italienischen Grünen im Europäischen Parlament.

Bergsteigerische Leistungen bis 1970

Reinhold Messner machte bis 1970 vorwiegend durch seine Leistungen in den Alpen auf sich aufmerksam. Zwischen 1950 und 1964 führte er über 500 Klettertouren, meist in den Dolomiten, durch. 1965 beging er die direkte Ortler-Nordwand als erster. Ein Jahr später beging er den Walkerpfeiler der Grandes Jorasses und die Rocchetta Alta di Bosconero. 1967 führte er die erste Begehung der Civetta-NW-Wand, der Agnér-Nordostwand und die erste Winterbegehung der Agnér-Nordkante durch. 1968 folgten die nächste Erstbegehungen, die des Heiligkreuzkofel-Mittelpfeiler und die der direkten Marmolata-Südwand. Im folgenden Jahr nahm er an einer Anden-Expedition teil. Zudem machte er die erste Alleinbegehung der Droites-Nordwand, der Philipp-Verschneidung an der Civetta sowie die der Südwand der Marmolata di Rocca. Durch seine Leistungen hatte er den Ruf, einer der besten Bergsteiger in Europa zu sein. Deshalb wurde er im Jahr 1970 zu einer großen Himalaya-Expedition eingeladen. Auf Grund seiner späteren Erfolge kann das Jahr 1970 als einer der Wendepunkte in Messners Leben angesehen werden.

Besteigungen der Achttausender

Reinhold Messner bestieg als erster Mensch und ohne künstlichen Sauerstoff alle vierzehn Achttausender der Erde. Dabei gehörten seine Besteigungen immer zu den ersten 20 Besteigungen des jeweiligen Berges überhaupt.
Im einzelnen sind dies:

Jahr Berg (Gipfelhöhe in Meter)
1970 Nanga Parbat (8125)
1972 Manaslu (8163)
1975 Hidden Peak (Gasherbrum I) (8080)
1978 Mount Everest (8848), Nanga Parbat (8125)
1979 K2 (8611)
1980 Mount Everest (8848)
1981 Shishapangma (8027)
1982 Kangchendzönga (8586), Gasherbrum II (8034), Broad Peak (8051)
1983 Cho Oyu (8188)
1984 Hidden Peak (8080), Gasherbrum II (8034)
1985 Annapurna (8091), Dhaulagiri (8167)
1986 Makalu (8485), Lhotse (8516)

Besteigungen des Nanga Parbat

Reinhold Messner unternahm insgesamt fünf Expeditionen zum Nanga Parbat. 1970 und 1978 erreichte er den Gipfel, 1971, 1973 und 1977 gelang ihm dies nicht, wobei er 1971 vornehmlich nach seinem Bruder suchte.

Rupalwand des Nanga Parbat, Foto © Daniel MartinIm Mai und Juni 1970 nahm Reinhold Messner an der von Karl Herrligkoffer geleiteten Nanga-Parbat-Südwand-Expedition teil, die das Ziel hatte, die noch unbestiegene Rupalwand zu durchsteigen, die höchste Steilwand der Erde. Ebenfalls dabei war sein Bruder Günther. Am 27. Juni erreichten beide den Gipfel des Berges. Reinhold Messner war zunächst alleine vom letzten Hochlager gestartet, sein Bruder konnte aber zu ihm aufschließen. Da sie zu spät auf dem Gipfel standen, kamen sie nicht mehr ins letzte Hochlager zurück und mussten ein Notbiwak einlegen. Am nächsten Tag entschieden sie, dass es zu gefährlich wäre, über die Rupal-Wand abzusteigen (Günther Messner hatte vermutlich die Höhenkrankheit). Deshalb stiegen sie über die Diamir-Wand ab und führten so die erste Überschreitung des Nanga Parbat durch. Beim Abstieg kam Günther Messner ums Leben. Reinhold Messner kam nach sechs Tagen mit schweren Erfrierungen vom Berg herunter. Auf Grund dieser Erfrierungen, vor allem an den Füßen, konnte er nicht mehr so gut im Fels klettern. Somit wandte er sich den höheren Bergen zu, wo es viel Eis gibt.

Weitere Punkte in Messners Leben

Seit den 1990er-Jahren reflektiert Messner sein gelegentlich extremes Handeln und seine Planung ausführlich und öffentlich. Dies hat ihn, wie viele Extremsportler, zu einem gefragten Trainer bei Manager-Seminaren gemacht. Am 19. September 1991 war Messner mit Hans Kammerlander zufällig zugegen, als deutsche Bergwanderer, die Rentner Erika und Helmut Simon aus Nürnberg, den so genannten „Ötzi“, eine mumifizierte Leiche aus der Kupferzeit, im Eis des Similaungletschers in den Ötztaler Alpen entdeckten. Er selbst datierte sie bei der Freilegung zwei Tage darauf falsch auf das 18. Jahrhundert.

Messner engagierte sich schon seit den 1980er-Jahren für den Umweltschutz, 1999 wurde er als parteiloser Kandidat für die Grünen für fünf Jahre ins Europäische Parlament gewählt. Danach bewarb er sich für seine Wiederwahl statt bei der italienischen Grünen Partei bei den bayerischen Grünen, wurde dort aber nicht als Kandidat akzeptiert.

Quellen: Wikipedia , ORF , Archiv

Datum: Sonntag, 6. Juli 2008 10:00
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2 Kommentare

  1. M. Merkel-Matanovic
    Dienstag, 9. Februar 2010 9:20
    1

    Wie hoch ist die Rupalwand?

    Franz Obendorfer antwortet:

    Wikipedia sagt: Die gegen Süden gelegene Wand (Rupal-Flanke) ist mit 4500 m die höchste Gebirgswand der Erde.

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