Naturpark Blockheide im Herbst
Seit vielen Jahren zählt der Tagesaufsflug in den Naturpark Blockheide zu meinen fixen Punkten im jährlichen “Programm”. Heuer hat es bis in den Spätherbst gedauert, doch das Warten hat sich mehr als gelohnt. Am Sonntag morgen, nachdem der Frühnebel verschwunden war, bin ich mit meiner Familie von Ottenstein aus nach Gmünd-Eibenstein gefahren.
Vom Stadtrand aus beginnt unsere Wanderung in das rund 105 ha große Schutzgebiet. Gleich am Eingang wird der Besucher höflich um eine Spende gebeten, denn durch den
Rückgang der landwirtschaftlichen Nutzung in den letzten Jahren hat sich das Erscheinungsbild der Blockheide dramatisch verändert. Da nur mehr ca. 36 % des Naturparkgebiets bewirtschaftet wird, verwaldet und verbuscht die Fläche sehr rasch und um in Zukunft greifende Pflegemaßnamen gewährleisten zu können ersucht der Verein Naturpark BLOCKHEIDE um Unterstützung.
Nur ein kurzes Wegstück nach dem Beginn unserer Tour erreichen wir ein idyllisches Wäldchen, mit einer Ansammlung von den sagenhaften Steinriesen aus dem für das Waldviertel typischen Granit. Immer wieder stößt man im Landschaftsbild des Naturparks auf diese mächtigen Granitblöcke. Die von der Natur geformten Naturdenkmäler tragen Namen wie Christophorusstein, Teufelsbett, Teufelsbrotlaib, oder Kobold- und Grillensteine. Interessant sind auch die verschiedene Holztafeln und Steinmonumente, die uns auf den direkt durch den Naturpark verlaufenden 15. Meridian östlich von Greenwich aufmerksam machen.
Berühmtheit haben jene Blöcke erlangt, die der Zahn der Zeit so abgerundet hat, dass sie nur mehr an einer kleinen Stelle am Felsenuntergrund aufliegen - die Wackelsteine. Um die beiden wohl bekanntesten Wackelsteine zu erreichen entscheiden wir uns für den 2,9 km langen Themenweg GRANITnaTOUR. Der Lehrpfad gibt Einblick in die lange Geschichte der Steinverarbeitung im Waldviertel und zeigt die vielfältige Verwendung von Granit und Gneis. Wir spazieren durch den mystischen Wald und bestaunen die Schwerstarbeit der Steinmetze und einige ihrer kunstvollen Arbeiten. Nach einigen Eroberungen der Klettersteine kommen wir an den Mondteichen vorbei.
Wie auch all die anderen Wanderer, üben wir uns als Fotomodell und nutzen die Steinriesen als tolle Kulisse. All unsere Versuche die am Wegesrand umherliegenden, riesigen Steine zu bewegen scheitern jedoch kläglich.
Von hier aus ist es nicht mehr weit bis zum Ausgangspunkt unserer Rundwanderung. Da es schon um die Mittagszeit ist, begeben wir uns auf dem Weg ins Zentrum des Naturparkes. Dort gibt es die Jausenstation “Schutzhaus Blockheide”, wo wir uns ordentlich stärken. Wer nach dem Essen noch Lust hat kann den prächtigem Rundblick vom Aussichtsturm genießen und Kinder können sich beim naturnahen Spielplatz mit Steinlabyrinth austoben.
Die Zeit verging wie im Flug und wir mussten uns dann leider wieder auf den Heimweg machen. Es war ein großartiger, sonniger Tag im Spätherbst und der Besuch der Blockheide hat sich (wieder einmal) gelohnt!
Datum: Dienstag, 14. Oktober 2008 19:59
Themengebiet: Regionale Berichte Trackback: Trackback-URL
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