So geht’s: Autofokus trotz Telekonverter
Diesen Artikel auf Facebook TEILENViele Fotografen kennen die Problematik. Semiprofesionelle Kameras wie die Canon 30D, 40D, 400D, 450D usw. schalten bei Anfangsblenden von 8 und mehr ihre Autofokus-Funktion aus. Wenn nun ein Telekonverter zwischen Objektiv und Kamera in Verwendung ist, rutscht schnell mal ein Objektiv mit einer Anfangslichtstärke von f 5.6 in diese Bereich und der Autofokus ist deaktiviert.
Zur Vorgeschichte:
Im Lauf der technischen Entwicklung verlegte Canon den Elektromotor für den Autofokus aus dem Kameragehäuse in das Objektiv.
Ein Vorteil dieses Prinzips besteht in einer optimierten Autofokus-Funktion: So lassen sich große Teleobjektive zur schnellen Fokussierung mit kräftigeren Antrieben ausstatten als kleinere Objektive mit kürzeren Brennweiten.
Da beim heute aktuellen EF-Bajonett auch die Blende elektronisch angesteuert wird, entfallen jegliche mechanischen Übertragungselemente zwischen Kamera und Objektiv. Die Datenübertragung erfolgt über vergoldete elektrische Kontakte. Und genau diese Kontakte sind der Schlüssel zur sogenannten Fokusfalle.
Eine im Internet bekannte Stellungnahme von Canon war zwar nicht gerade hilfreich,
“Die Steuerung der Objektivfunktionen und somit auch der Blende ist ein komplexer Vorgang zwischen Kamera und Objektiv. Leider müssen wir Ihnen mitteilen, daß diese Ansteuerungsprotokolle bzw. die Information, welcher Kontakt im einzelnen was steuert, seitens Canon Inc. nicht zur Weitergabe an Endkunden freigegeben ist.”
trotzdem fand sich eine mittlerweile weit verbreitete Lösung.
Damit der AF sowohl bei einem 1,4x als auch bei einem 2x Konverter und einer kleinsten Objektiv-Blende von 5.6 immer noch funktioniert, müssen nur einige Kontakte bei dem Telekonverter abgeklebt werden. Somit wird die echte Blende nicht mehr an die Kamera kommuniziert.
Nachfolgendes Beispiel zeigt, welche 3 Kontakte bei den Konvertern Pro 300 des Herstellers Kenko abgeklebt werden müssen.
Dass so eine Modifikation nicht nur mit Vorteilen verbunden ist, sollte klar sein. Bei schlechten Lichtverhältnissen oder fehlenden Kontrasten, findet der AF häufig nichts und “pumpt” nur fleissig hin und her. Ausserdem wird in den EXIF Daten nur die ursprüngliche, technische Blende und Brennweite gespeichert.
Der “Tape-Trick” ist zwar kein Ersatz für ein EF 500/f4 oder EF 600/f4, jedoch ein Kompromiss und eine kostenlose Möglichkeit das eine oder andere Foto einzufangen, das sonst vielleicht nicht gelungen wäre.
Anmerkung: Der Selbstversuch an der Canon 30D SLR war nur mit dem 1.4fach Tele-Konverter dauerhaft erfolgreich. In Kombination mit dem modifizierten 2fach Konverter kann die Kamera nicht richtig fokusieren.
Datum: Freitag, 12. Dezember 2008 21:46
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