Fine Art Prints - Was ist das?


Dorfbild © Franz K. ObendorferImmer wieder werde ich gefragt, was genau man denn unter “Fine Art Prints” versteht. Diese häufig gestellte Frage veranlasste mich dazu, den Begriff näher zu hinterfragen.

Der erste Weg führte mich zur englischen Ausgabe von Wikipedia. Dort findet man unter dem Suchbegriff “Fine art photography” zahlreiche Definitionen:

  • a picture that is produced for sale or display rather than one that is produced in response to a commercial commission
  • the production of images to fulfill the creative vision of a photographer. … Synonymous with art photography
  • “decor photography”, “photo decor” or “wall decor” this “involves selling large photos… that can be used as wall art

Der Begriff symbolisiert zusammengefasst also Fotografien, die unter dem Anspruch, die künstlerische Vision des Fotografen umzusetzen, entstanden sind um danach ausgestellt oder verkauft zu werden. Man muss diese (Kunst-)Fotografien deutlich von der kommerziellen Auftragsfotografie abgrenzen.

Das Wort “Fine” sagt in diesem Zusammenhang nichts über die Qualität der Arbeit aus. Diese lässt sich ohnehin weitgehend nur subjektiv beurteilen. Vielmehr bezieht sich das Wort auf die von dem griechischen Philosophen Aristoteles definierte Finalursache (causa finalis). Das lateinische “Fine” bedeutet “Ende” und lässt somit denn Schluss zu, dass das fotografische Kunstwerk den Endpunkt der Arbeit darstellt und die Existenz der Fotografie der eigentliche Zweck ist.

Bis Mitte der 50er Jahre war es üblich, Bilder in Galerien und Ausstellungen nicht hinter Glas und ungerahmt zu präsentieren. Etwa seit der Jahrtausendwende liegt diese Form der Präsentation wieder im Trend, meistens in großem Format und in Form von Leinwand-Drucken (Canvas).

Im Bereich der Naturfotografie wurde die Fine Art Photography besonders geprägt von einem US-Amerikaner namens Ansel Adams. Seine weltberühmten Aufnahmen entstanden unter anderem im Carlsbad-Caverns-Nationalpark, im Mesa-Verde-Nationalpark im Yellowstone-Nationalpark, im Rocky-Mountain-Nationalpark, im Glacier-Nationalpark sowie im Mount McKinley National Park (heute Denali-Nationalpark). Adams konzentrierte sich bereits vor Ort auf eine bestimmte „vorausgeahnte“ Idealkomposition, die er visualisierte und dem Abzug schließlich im aufwändigen Dunkelkammerprozess mittels Tonwertkorrekturen die gewünschte Präsentationsform verlieh, die er selbst als ausdrucksstarkes „feines Bild“ bezeichnete.
Nach einem ähnlichen Schema arbeitete sein Fotografenkollege, Henri Cartier-Bresson, der zwar als Schnappschussfotograf schlechthin gilt, aber trotz dieser Schnelligkeit die bereits im Unterbewusstsein vorhandene Komposition des Bildes im „entscheidenden Moment“ visualisierte und somit zum optimalen Ausdruck fand.


Datum: Freitag, 30. Januar 2009 20:21
Themengebiet: Fotografie Trackback: Trackback-URL
Feed zum Beitrag: RSS 2.0
weinviertelbanner.gif

Ähnliche Beiträge auf dieser Webseite:



Frage, Kritik, Meinung?

Kommentar abgeben

Comment Spam Protection by WP-SpamFree


Inhalte und Fotos sind urheberrechtlich geschützt und unterliegen dem Copyright von Franz Obendorfer © 2007-2010.