Panoramafotografie mit Nodalpunktadapter


017-g.jpgBei der Panoramafotografie werden in der Regel mehrere Einzelbilder erstellt und dabei die Fotokamera jeweils zwischen diesen ein Stück weiter geschwenkt. Diese Teilbilder können dann in einer als “Stitching” bezeichneten Technik, zu einem großen Panorama zusammengesetzt werden.

Ein bekanntes Problem bei der Aufnahme eines Panoramas ist/sind der/die sogenannte(n) Nodalpunkt(e). Technisch gesehen handelt es sich dabei um die Punkte auf der optischen Achse, auf die die Lichtstrahlen, die im selben Winkel zur optischen Achse in das System eintreten wie sie es auch wieder verlassen, scheinbar zulaufen (vorderer Nodalpunkt) bzw. von dem sie scheinbar ausgehen (hinterer Nodalpunkt).

kameraschwenk.jpgKlingt alles sehr wissenschaftlich, deshalb ein einfaches Beispiel zum besseren Verständnis: Man schließe ein Auge und strecke den Arm aus. Verdeckt man nun mit dem Daumen ein in der Ferne liegendes Objekt (z.B. einen Baum) und dreht den Kopf etwas nach links oder rechts, so wird das Objekt dennoch neben dem Daumen sichtbar. Dies liegt daran, dass wir unseren Kopf nicht um den Nodalpunkt unserer Augen drehen, sondern um die Achse unseres Halses. Diese liegt aber deutlich hinter dem Nodalpunkt.

Abhilfe schafft ein Nodalpunktadapter, der so eingestellt wird, dass die Drehachse mit einem Durchmesser der Eintrittspupille zusammenfällt (und nicht mit einem der Nodalpunkte und auch nicht mit der Bildebene).

Nach dem Studium der unzähligen Anleitungen zum Eigenbau habe ich mich letztlich doch entschieden, ein präzises, professionelles Equipment zu beschaffen. Mein persönlicher Testsieger im Preis-/Leistungsverhältnis war der Roundabout-NP-Deluxe Adapter.

Die Lieferung dauerte von Deutschland nach Österreich gerade mal 2 Tage und überzeugt im Umfang mit dem (sorgfälltig verpackten) Adapter selbst, einem Manfrotto MA 323 Schnellwechseladpter inkl. Wechselplatte 200PL, Inbusschlüssel und einem Handbuch.

IMG_0698.JPG

IMG_0699.JPG

IMG_0704.JPG

     

Der Roundabout-NP ist komplett aus Aluminium gefertigt, dadurch sehr leicht und trotzdem hochstabil. Die beiden verschiebbaren Achsen sind nutengeführt und verfügen über eingelaserte Millimeterskalen, sodass eine hohe Wiederholgenauigkeit bei Verstellung der Achsen (wechselende Brennweiten) gegeben ist.

Da ich mit Manfrotto Stativen arbeite habe ich besondere Freude über die Kompatibilität durch die hochwertige Schnellkuppelung MA 323. Meine Entscheidung fiel auf die Deluxe-Variante, weil hier ein sehr genauer, rasterbarer Drehteller inkludiert ist.

Die ganze Einrichtung war mit den Anweisungen aus dem Handbuch in wenigen Minuten erledigt und ich konnte mich schon auf den Weg zu einem ersten Panorama-Shooting in der Natur machen.

Bei der Aufnahme sollte man tunlichst darauf achten, dass man mit manuell eingestellter Blende und Belichtungszeit arbeitet und den Weißabgleich ebenfalls bei allen Aufnahmen einheitlich wählt. Abschließend muss man nur noch die Einzelbilder mit einem geeigneten Stiching-Software (zB hugin) zusammenfügen.

pano1.jpg
Panorama aus 7 Einzelbildern
 
pano4.jpg
Panorama aus 15 Einzelbildern
 

Fazit “Roundabout-NP Deluxe”:

Positiv

  • präzise Einstellmöglichkeiten
  • kompatibel mit Manfrotto-System
  • Lieferumfang und -dauer optimal
  • Preis-/Leistungsverhältnis speziell im Vergleich zum Mitbewerb hervorragend

Negativ

  • trotz der Fertigung aus Alu immer noch etwas schwer (da man aber ohnehin bei Panorama-Vorhaben auch ein Stativ benötigt, fällt der Punkt nicht so ins Gewicht)

Datum: Mittwoch, 26. August 2009 19:47
Themengebiet: Testberichte, Fotografie Trackback: Trackback-URL
Feed zum Beitrag: RSS 2.0
weinviertelbanner.gif

Ähnliche Beiträge auf dieser Webseite:

  • Keine passenden Artikel gefunden.


Frage, Kritik, Meinung?

Kommentar abgeben

Comment Spam Protection by WP-SpamFree


Inhalte und Fotos sind urheberrechtlich geschützt und unterliegen dem Copyright von Franz Obendorfer © 2007-2010.