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Bergsteigen am Pfunderer Höhenweg in Südtirol
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Südtirols Berge haben mich schon lange angezogen und so habe ich gemeinsam mit meinem 10jährigen Sohn ein kleines Bergabenteuer geplant. Die Eigenschaften der Pfunderer Berge - Einsamkeit, Landschaft à la “Herr der Ringe” und Murmeltiere - haben sich für mich fotografisch als vielversprechendstes Ziel angeboten. Also sind wir mit dem Zug über Nacht von Mistelbach (über Wien, Innsbruck und Brenner) nach Sterzing angereist. Um 6.30 Uhr haben wir vom Bahnhof Sterzing aus unsere Bergtour gestartet.
Zuerst sind wir nach Wiesen gegangen, denn dort beginnt der Pfunderer Höhenweg. Von den Geräuschen der Brennerautobahn und invasionsartigen Angriffen von einem Heer an Gelsen begleitet, sind wir über eine bewaldete Talflanke am Vormittag bis zum Aussichtspunkt Gschlißegg auf 1.671m aufgestiegen.
Dort haben wir erst mal pausiert und uns eine Jause genehmigt. Weiter ging es dann bis zum frühen Nachmittag über den Kamm zwischen Pfitscher Tal und den tief im Tal gelegenen Höfen von Partingens bis wir schließlich über den Südhang zur Plitschalm gelangten. Von hier aus sind wir über einen steileren Steig durch schütteren Hochwald zum Jägerjöchl auf 2.136m und weiter auf das Trenser Joch auf 2.212m aufgestiegen. Auf Grashängen umgingen wir die Sengensspitze und stiegen schließlich bis kurz nach 18 Uhr zur Simile-Mahd-Alm ab.
Nach einem schlechtwetterbedingten Ruhetag, den wir natürlich zum Ausschlafen und Krafttanken genutzt haben, ging es für uns am nächsten Tag weiter in Richtung Wilder See. Um 6.30 Uhr wanderten wir zunächst auf schattigen Hängen vorbei an “müden Kühen” und aufgeregt rufenden Murmeltieren der Sonne und dem Sengesjoch (2.549m) entgegen. Kurz nach 9 Uhr waren wir dann schließlich beim Wilden See und sahen auch schon unser nächstes Ziel, die Wilde Kreuzspitze (3.134 m).
Ab da ging es steil bergauf. Die Temperatur nahm merklich ab und leider ebenso die Sicht. Das Wetter wurde zunehmend schlechter, Nebel und Wolken beeinträchtigten vor allem unsere Fernsicht massiv. Der Weg wurde immer unwegsamer zu begehen und bei einem der Schneefelder legten wir unsere neuen Steigeisen an. Meinen Sohn hatte ich inzwischen mit Karabinern und einem Wanderseil etwas gesichert um ihn vor einem eventuellen Abrutschen noch abfangen zu können. Schon bald erkannten wir im Nebel die Umrisse einiger Bergsteiger, die bereits von der anderen Seite kommend den Gipfel erklommen hatten. Unsere Route gingen an diesem Tag übrigens nur weitere 2 Leute.
Vollkommen im Nebel eingetaucht erreichten wir schließlich um 12 Uhr den Gipfel dieses 3000ers.
Nach dem Abstieg verging noch etwa eine weitere Stunde bis der Himmel wieder aufklarte. Wir waren in der Zwischenzeit über einen kleinen Ferner in das Rauhtal abgestiegen und wanderten durch die Pfannealm auf die Brixner Hütte, unser Lager für die kommenden zwei Nächte, zu.
Der nächste Tag begann mit freundlichem Wetter, so machten wir uns - in der Hoffnung unsere neue Kletterausrüstung einweihen zu können - gleich in der Früh über den Aufstieg zur Wurmaulspitze (3.022m) her. Über die steilen Grasflanken von den westlichen Ausläufern der Wurmaulspitze talaus stiegen wir langsam höher. Nach einiger Zeit führte der schmale Bergweg steil bergauf Richtung Osten auf einen Rücken und von hier über Geländestufen zum “Joch in der Enge”. Vom Joch ging es nordwärts über den breiten, steilen Gipfelhang zum Vorgipfel und über einen kurzen, leicht ausgesetzten Grat zum Gipfelkreuz. In gut 2 Stunden hatten wir die letzten Höhenmeter und die gesicherte Felspassage hinter uns gebracht, und standen auf unserem 2ten Dreitausender in zwei Tagen (wiedermal von Wolken umgeben).
Der Abstieg war dann schnell und unspektakulär. Ein schmackhaftes Mittagessen auf der Brixnerhütte, danach war Murmeltier-Fotoshooting angesagt. Ein letztes Mal übernachteten wir in einer Berghütte, bevor wir uns am nächsten Morgen an den Abstieg machten. Gleich nach dem Frühstück wanderten wir hinunter ins Tal nach Vals um dort mit dem Taxi weiter nach Sterzing und von dort aus mit dem Zug zurück in die Heimat zu fahren. Gegen 21 Uhr waren wir wieder zu Hause. Ein paar großartige, erlebnisreiche Tage in den wunderschönen Südtiroler Bergen und ein Abenteuer von Vater und Sohn sind nun leider schon wieder vorüber.
Datum: Freitag, 23. Juli 2010 9:44
Themengebiet: Unterwegs in Europa Trackback: Trackback-URL
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