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    Atomkraftwerk erzeugt nachhaltigen Strom

    AKW Zwentendorf speist bereits seit 2012 ins Netz ein

    In der Europäischen Union ist man sich bei der Frage, ob denn Strom vom Atomkraftwerk „grün“ sei oder nicht, uneinig. In Österreich, wo sich die Bevölkerung im Jahr 1978 mit nicht einmal einem halben Prozent Mehrheit in einer Volksabstimmung gegen die Inbetriebnahme des Reaktors in Zwentendorf entschieden hat, gibt es seit 2012 eine unkonventionelle Antwort auf diese Frage. Wenn der Strom von der Sonne und nicht vom Atom stammt, darf auch bei Strom vom AKW von nachhaltiger Energie gesprochen werden.

    Mit dieser „Sonderlösung“ kann auch ich gut leben. Ganz anders ist die Sachlage bei Strom aus der Spaltung von Atomen.

    Warum Kernkraft niemals nachhaltig sein kann

    Der folgende Text soll helfen zu verstehen, warum Atomkraft keinesfalls nachhaltig sein kann. Es hilft, sich dabei die Definition von Nachhaltigkeit vor Augen zu halten:
    Nachhaltige Entwicklung ist nach dem Brundtland-Bericht („Unsere gemeinsame Zukunft“) aus dem Jahr 1987 eine Entwicklung, „die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können“.

    Wieviel Beton und Stahl wird für die Errichtung eines Kernkraftwerkes benötigt?

    Die Windkraftgegner, die so gerne gegen Betonfundamente und andere bauliche Maßnahmen bei der Errichtung von Windrädern herziehen, sollten sich unbedingt einmal mit dem Materialbedarf für den Bau eines AKWs auseinandersetzen. Ein Dokument des Deutschen Bundestages aus dem Jahr 2023 verweist zum Beispiel auf eine Studie und nennt eine Gesamtbetonmenge von 355.000 Tonnen sowie Stahl und andere eisenhaltige Metalle in der Größenordnung von 34.071 Tonnen. Im Vergleich dazu beziffert Wien Energie 2026 den Bedarf für die Errichtung des Fundaments eines modernen Windkraftwerkes mit 2.000 Tonnen Beton und 97 Tonnen Stahl. Wenngleich der Gesamtmaterialbedarf eines Kernreaktors deutlich geringer ist als jener einer energieäquivalenten Anzahl von Windkraftanlagen, ist zu berücksichtigen, dass deren Rückbau weder bis zu 30 Jahre dauert noch annähernd so komplex ist wie jener eines Kernkraftwerks. Darüber hinaus können die Fundamente von Windkraftanlagen unter geeigneten technischen Voraussetzungen für neue, leistungsfähigere Anlagen weiterverwendet oder nach ihrem Rückbau als Recyclingmaterial, beispielsweise im Straßenbau, verwertet werden. Beim Rückbau von stillgelegten Kernkraftwerken fallen hingegen radioaktive Abfälle an, deren fachgerechte Entsorgung mit erheblichem Aufwand verbunden ist.

    Was ist das Hauptproblem bei Atomenergie?

    Befürworter preisen gerne den mehr oder weniger CO₂-emissionsfreien laufenden Betrieb der Kernkraftwerke an. Zur Erklärung: Bei Kernspaltung entsteht große Hitze, damit wird Wasserdampf erzeugt und dieser treibt Turbinen und Generatoren an, welche Strom erzeugen. So weit so gut, aber was passiert mit den Brennstäben, wenn ihr spaltbarer Stoff nach rund 5 Jahren aufgebraucht ist? Dieser hochradioaktive Atommüll ist für hunderttausende Jahre gefährlich und seine Lagerung bis heute nicht geklärt. Die Kosten für die Zwischen- und Endlagerung (sofern man von Ende überhaupt sprechen kann) wird Medienberichten nach allein für Deutschland bis zum Jahr 2100 auf 170 Mrd. Euro geschätzt. Was aber kosten die restlichen hunderttausenden Jahre und welche Gefahren gehen von den Lagern für zukünftige Generationen der Menschheit aus???

    Eine Frage der Verantwortung

    Tschernobyl verursachte seit der Katastrophe im Jahr 1986 geschätzte unmittelbare wirtschaftliche Schäden von rund 200 Mrd. Euro, Fukushima seit 2017 etwa 177 Mrd. Euro, in beiden Fällen sind Folgeschäden wie Krankheiten nicht berücksichtigt (Quelle: DW). Welche Lehren wurden daraus gezogen? Teile von Tschernobyl waren noch bis 2000 in Betrieb und seit der Invasion Russlands in der Ukraine finden immer wieder Kampfhandlungen in der verstrahlten Region statt. In Japan wurden bis Ende 2025 wieder 14 der 30 Reaktoren in Betrieb genommen und man trachtet nach einer deutlichen Steigerung der Energie aus Atomkraft.

    Mein Fazit

    Im Jahr 2022 führte mich der jährliche Betriebsausflug mit dem Team der Blütengold-Imkerei im Rahmen einer Veranstaltung der Volkshochschule Mistelbach ins Tullnerfeld zum Atomkraftwerk Zwentendorf und dort auch direkt in die Kommandozentrale. Nach der Besichtigung dieses wohl teuersten Mahnmals der Welt ist für mich klar, dass hier vom heutigen Eigentümer EVN mit der Kombination von Museum, Event- und Filmlocation, Schulungsgelände und Photovoltaik der einzige nachhaltige Verwendungszweck eines Atomkraftwerkes gefunden wurde.