Schlagwort: CO₂

  • Der CO₂-Fußabdruck von österreichischem Honig

    Der CO₂-Fußabdruck von österreichischem Honig

    Im Rahmen der 56. Fachtagung des Österreichischen Erwerbsimkerbundes in Wels besuchte ich am 14. Februar 2026 den interessanten Fachvortrag „Der CO₂-Fußabdruck von österreichischem Honig“ von Benedikt Kapper, BSc, der die Ergebnisse seiner Masterarbeit an der Universität Graz vorstellte. Darin untersuchte er die Klimawirkungen der österreichischen Honigproduktion und insbesondere den Einfluss von Betriebsgröße und Bewirtschaftungspraktiken.

    Die Untersuchung berücksichtigt wesentliche Emissionsquellen wie Zufütterung, Transport und Stromverbrauch. Besonders bemerkenswert fand ich die Erkenntnis, dass größere Imkereibetriebe nicht automatisch eine bessere CO₂-Bilanz aufweisen. Auch biologisch erzeugter Honig ist nicht zwangsläufig CO₂-ärmer als konventionell produzierter.

    Gerade als Betreiber einer Bio-Imkerei, in der ich mit meinem Team stets versuche über das geforderte Maß hinaus nachhaltig zu agieren, finde ich diese differenzierte Betrachtung wichtig. Sie verdeutlicht, dass sich die Klimawirkung eines Produkts nicht allein aus der Betriebsgröße oder der Produktionsweise ableiten lässt. Entscheidend ist, wie im konkreten Betrieb gearbeitet wird. Aber auch für meine wissenschaftlichen Tätigkeiten, sei es im Rahmen meines Nachhaltigkeitsmanagement-Studiums, meine Vorträge oder für die Meinungsumfragen über die Plattform honigumfrage.at fand ich den Vortrag sehr inspirierend.

    Einblick in veröffentlichte Masterarbeit

    Nachtrag: Die Masterarbeit ist inzwischen unter dem englischen Titel Assessment of the Carbon Footprint of Honey Production Across Different Beekeeping Systems in Austria im Publikationsserver der Universität Graz zugänglich.

    In der vorliegenden Untersuchung zeigte sich für die Gesamtemissionen eine deutliche Dominanz der Faktoren Zufütterung und Transport, wohingegen der Stromverbrauch nur eine untergeordnete Bedeutung hatte. Eine Analyse der Ergebnisse einer Umfrage unter 157 Teilnehmenden zeigte, dass kleinstrukturierte Betriebe transport- und zufütterungsbedingt für mehr als die 3-fachen Emissionen verglichen mit größeren, produktionsstarken Betrieben waren.

    Zur Masterarbeit an der Universität Graz ↗